Zufall oder Schicksal? – und weiter geht die Verletzungsphase


Nun ja, ich möchte eigentlich gar nicht gross ausholen, denn von meinen vorgängigen Blogeinträgen wisst ihr ja bereits von meinem Überlastungsbruch im Oberschenkel und meinem „Leidensweg“.

Seit Januar bin ich jetzt mehr oder weniger Lauf-frei unterwegs und habe meine sportlichen Aktivitäten hauptsächlich auf das Rennrad und den Crosstrainer verlegt. Dabei ist es nicht immer ganz einfach die Motivation und Zuversicht beizubehalten – aber ich denke es ist mir bis anhin doch mehr oder weniger gut gelungen und ich bin noch weit entfernt von einem depressionsähnlichen Zustand 🙂

Entsprechend habe ich mich riiiiiiiiesig auf meine Trainingswoche in Spanien (Giverola) gefreut. Eine Woche Radfahren mit ganz ähnlich verrückten oder zum Teil sogar noch verrückteren Sportlern als ich es bin (jaaa, das gibt es tatsächlich!).

Nach über 12h Carfahrt war die Ankunft bombastisch; super Wetter, super Leute, einfach nur der Wahnsinn! Nach einer kurzen Einfahrrunde und einem Kaffee an der Strandbar stand schon bald das Nachtessen auf dem Programm. Vom Buffet will ich gar nicht erst erzählen, sonst fängt mein Magen direkt wieder an zu knurren – es war einfach nur „wow“.

Nun ja, ich war müde und wollte mich hinlegen- hätte ich jedoch gewusst dass der Weg zum Bungalow zu einer Verlängerung meiner Laufpause führt, hätte ich wohl direkt im Restaurant übernachtet.

Beim Verlassen habe ich nämlich im Eifer des Gefechts und vor lauter Unachtsamkeit eine Treppenstufe in der Dunkelheit verpasst. Ich bin so ungeschickt mit meinem Fuss abgeknickt und aufgekommen, dass ich bereits im ersten Moment wusste – da ist was kaputt gegangen! Der Schmerz war fast unerträglich. Mir wurde schwarz vor Augen und speiübel; sowas habe ich noch selten erlebt. Innerhalb von Minuten wurde der Fuss grösser und grösser und der Schmerz stieg weiter. Zum Glück waren wir nicht weit von der Hotelbar; also war das Eis schnell besorgt und die Erstversorgung hat klasse funktioniert (einen herzlichen Dank an meine Helfer an dieser Stelle, ihr wart grossartig!).

Fuss

Irgendwie habe ich mich dann doch noch ins Bungalow geschleppt und bin irgendwann trotz starker Schmerzen eingeschlafen. Am nächsten Morgen der Schock: der Fuss war jetzt wohl doppelt so dick wie normal. Ohhhhweeeee – war’s das etwa schon mit meinen Ferien? Auf jeden Fall war klar, dass ich nicht mit auf die Radtour kann, also blieb mir nicht viel mehr übrig als hinkend die Gegend im Resort zu erkunden und auf die Rückkehr meiner Trainingsfreunde zu warten. Gott sei Dank hat die Schwellung schnell nachgelassen und schon am zweiten Tag konnte ich mit einem getapeden Fussgelenk wieder zurück in den Radschuh und ohne Schmerzen an den weiteren Trainings teilnehmen. Die Woche verging und war abgesehen von diesem „Unfall“ einfach nur spitze!

Veloschuh                             Raffahren

Zu Hause angekommen habe ich noch einmal eine Woche gewartet, ehe ich nun endlich zum Arzt meines Vertrauens bin. Und siehe da; das Röntgen zeigt ganz klar, dass da ein paar Bänder verletzt sind. Nun heisst’s weitere 4-5 Wochen den Schongang einlegen und auf das Laufen verzichten. Das bin ich mir ja schon fast gewohnt; die tollen Künzli-Schuhe (wirklich extrem hässliche und unbequeme Stabilitätsschuhe) machen das Ganze aber nicht viel angenehmer. Tja… that’s just the way it is.

Was mich aber nun viel mehr zum Nachdenken gebracht hat:

War dieser Sturz eher Zufall, oder Schicksal?

Mein Oberschenkelbruch benötigt nämlich auch noch ca. 5 Wochen bis er so weit ausgeheilt ist, dass ich wieder mit richtigem Laufen beginnen kann. Und ich kenne mich; in diesen Sportferien hätte ich bestimmt schon versucht ein paar vorsichtige Kilometer zu Fuss zurück zu legen. Vielleicht wäre das wirklich zu früh gewesen und die Bruchheilung hätte sich wieder verschlechtert – ein ewiger Teufelskreis! Also einfach nur „Dummheit“ weil ich nicht richtig Treppenlaufen kann, oder doch eher „ein Zeichen“, damit ich nicht wieder zu früh loslege?

Zum Glück bin ich total davon überzeugt, dass alles im Leben einen Grund hat – nichts passiert einfach mal so. Und genau aus diesem Grund kann ich diese weitere Verletzung nun akzeptieren; bin vielleicht auch sogar schon ein bisschen dankbar, dass sie mich allenfalls vor einem noch längeren Heilungsprozess bewahrt.

Klar, glücklich darüber bin ich bestimmt nicht und es gibt Tage, da fällt auch mir die Decke auf den Kopf – aber grundsätzlich stehe ich dem Ganzen erstaunlicherweise immer noch sehr positiv gegenüber. Wichtig ist einfach, dass bitte alles gut und ohne Folgebeschwerden verheilen und genesen kann. Bitte drückt mir die Daumen!

An alle Verletzen; bitte haltet durch! Es geht immer vorwärts und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

Meer

Anima sana in corpore sano!

Kategorien:Allgemein

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