Die Meinung andere Leute – Social Media; Fluch oder Segen?

Die Meinung anderer Leute – Social Media; Fluch oder Segen?

Puuuuh, die letzten Wochen waren intensiv. Vor allem die Fertigstellung meiner Diplomarbeit hatte mich so ziemlich im Griff. Auch sonst standen noch einige Klausuren auf dem Programm und ich bin ehrlichgesagt einfach nur froh, wenn das Studium im September ein Ende findet.

Aber auch sportlich war ich nicht untätig. In Neuss stand ich beim 1. Internationalen AsicsFrontRunner – Teammeeting an der Startlinie zu einem 5km Lauf. Über die Zielzeit von 24:20.9 (was einer Pace von 4:51 entspricht) war ich dann doch sehr überrascht; schliesslich bin ich ohne jegliche Vorbereitung und direkt aus meiner «Verletzungspause» heraus gestartet. Zu verdanken habe ich das definitiv nur meinen AsicsFrontRunner Kollegen, welche mich in jeder zurückgelegten Runde (5x 1km) tatkräftig anfeuerten; sowas habe ich noch nie zuvor erlebt!

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Seit diesem Lauf bin ich nun mittlerweile auch wieder häufiger mit meinen Laufschuhen unterwegs, ganz gemütlich und sehr bedacht. Das schlimme ist, dass die Angst eigentlich immer mitläuft. Zwickt es irgendwo, dann ist bei mir sofort Alarmstufe rot. Vielleicht nicht ganz sinnlos, dass ich auf sämtliche Zeichen meines Körpers achte, aber so richtig mit einem freien Kopf zu laufen, das vermisse ich schon ganz schön!

Betreffend der Verletzungen bzw. den vielen Stressfrakturen bin ich noch nicht wirklich weiter. Es wurde lediglich festgestellt, dass zu viele Knochenbaustoffe aus meinem Körper geschwemmt werden und sich somit mein Knochen «abbaut». Die Ursache dafür? Keine Ahnung! Letzte Woche war ich dann noch bei einem Spezialisten, einem Endokrinologen, und warte nun gespannt auf seine Ergebnisse.

Nun, da ich ziemlich aktiv bin auf Facebook und Instagram und ich mich authentisch zeigen will, bekommen meine «Follower» natürlich auch mit, wenn ich gerade wieder mit einem neuen Trainingseinstieg starte.
«Sport ist Mord», «du schaufelst dir dein eigenes Grab», «du hörst nicht auf deinen Körper, mach endlich weniger» – das sind nur ein paar wenige Kommentare, welche ich dann jeweils zu hören bekomme. Vielleicht glaubt man es nicht, aber ich nehme mir wirklich sämtliche Anmerkungen zu Herzen und denke über die Aussagen tatsächlich nach. Trotzdem frage ich mich manchmal, woher Menschen sich die Erlaubnis nehmen, über jemanden zu urteilen, den sie nicht einmal persönlich kennen.
Klar, mein Profil liest sich relativ einfach:

Laufeinstieg – Wettkampf – Verletzung – Laufeinstieg – Verletzung – Laufeinstieg – Wettkampf – Verletzung

Aber ist es so einfach? «du musst besser auf deinen Körper hören»; diesen Satz liebe ich ganz besonders. Wie soll ich denn bitteschön auf meinen Körper hören, wenn ich vom einen auf den anderen Moment ganz unerwartet plötzlich total starke Schmerzen habe?! Stressfrakturen machen sich nicht immer vorgängig bemerkbar. Letztes Jahr bin ich völlig beschwerdefrei in Biel den Halbmarathon gelaufen und zwei Tage später, bei einem lockeren Dauerlauf, vom einen auf den anderen Moment diese unerträglichen Schmerzen im Fersen – mein Körper hat mich nicht vorgewarnt, kein stetig steigender Schmerz – ZACK, da war die Stressfraktur.

Viele sind der Meinung, dass es mir besser gehen würde, wenn ich ein halber Jahr oder ein Jahr Sportpause realisiere; aber woher wollt ihr das denn wissen? Mein Knochen baut sich auch ab wenn ich rumsitze und in die TV-Kiste glotze. Ein Jahr Pause, dann wieder starten und in die nächste Stressfraktur laufen? Würdet ihr dann sagen «ein Jahr Pause hat eben nicht gereicht»?

Ich versuche grundsätzlich aus jeder Situation das Beste zu machen und ich hänge meine Laufschuhe nicht einfach an den Nagel, nur weil mir jemand dazu rät. Ich bin überzeugt, dass meine Knochen eine gewisse Belastung aushalten und ich irgendwann auch wieder einen Marathon laufen werde – die Aufgabe besteht nur darin, die richtige Belastungsgrenze herauszufinden. Und das ist die schwierigste Aufgabe, das richtige Mass zu definieren – wie auch, wenn einem der Körper keine Signale sendet, sondern irgendwann einfach mit einer Fraktur «STOPP» sagt?!  So leid es mir tut, aber das ist kein Kindergeburtstag und vor allem sind Rückschläge wohl einfach nicht zu vermeiden.

Ich möchte allen Mut machen weiter für die eigenen Träume zu kämpfen und aus jeder Situation das Beste herauszuholen!  Erst wenn die innere Stimme sagt «es geht nicht mehr, du musst dir einen anderen Weg suchen», erst dann ist der Zeitpunkt gekommen, eine andere Richtung einzuschlagen.

Und Nachrichten mit den Inhalten: «toll, dass du so positiv denkst», «lass dich nicht unterkriegen», «du motivierst mich», bestärken mich in meinen Taten.  Danke dafür!!!!

schläfst du anderer Leute Schlaf,
zählst du anderer Leute Schaf,
bist du des Wahnsinns fette Beute,
träumst die Träume anderer Leute

Ich glaub, du träumst die Träume
anderer Leute
und du versäumst
traumhafte Räume
Ich glaub, du träumst die Träume
anderer Leute,
und das was du versäumst,
ist mehr als das, wovon du träumst

“Wir sind Helden – Die Träume Anderer Leute”

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5 Gedanken zu “Die Meinung andere Leute – Social Media; Fluch oder Segen?

  1. Sehr schön geschrieben! Ich finde es immer wieder schade das es so viel negative Kritik gibt. Ich meine was haben die Leute denn davon?! Nichts. Ich hoffe das du einfach auf dich selbst hörst 🙂 Du selbst kennst dich und deinen Körper eben am besten und weißt wann du Ruhe brauchst und wann nicht. Mach weiter so wie du bist 🙂 Nachdem was ich gelesen habe scheinst du ein echt toller Mensch zu sein !

    Liebe Grüße,
    Jenni

    https://fitdaydreamerblog.wordpress.com/

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    1. Liebe Fitdaydramer, vielen lieben Dank für deinen lieben Kommentar, welcher mich sehr gefreut hat! Mittlerweile kann ich zum Glück mit negativer Kritik ganz gut umgehen und weiss tatsächlich, was ICH will und was nicht; das war nicht immer so! Schön dass es so Menschen wie dich gibt, welche ebenfalls dem Motto folgen „leben und leben lassen“ 🙂 DANKE!

      Gefällt 1 Person

  2. Hallo Selina,
    ich verfolge deinen Blog nun schon etwas länger und finde deine Texte immer sehr zutreffend und toll geschrieben. Seit kurzem folge ich auch deinem Instagram Profil, weil es mich persönlich immer motiviert zu sehen, dass andere sich genauso „quälen/schinden“ müssen für den Erfolg (klingt vll blöd, aber ich hoffe du verstehst was ich ausdrücken möchte).
    Dieser Artikel hier ist ganz besonders gelungen! Andere bilden sich oft sehr schnell ein Urteil darüber oder haben „überragende“ Tipps zu allem. Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst und für deinen Körper kannst du nichts und wenn eine Verletzung geheilt ist und danach wieder eine neue (ja, vielleicht sogar auch dieselbe) auftritt ist das leider so und einfach nur ärgerlich, traurig und für dich selbst am schwersten. Lass dich davon niemals entmutigen oder nimm es dir zu sehr zu Herzen.
    Das deine IM70.3 Teilnahme dieses Jahr nicht geklappt hat ist natürlich sehr ärgerlich und du musst das unbedingt wieder in Angriff nehmen – wenn du dich soweit fühlst.

    Mach weiter so und ich wünsche dir viel Erfolg und gutes (insbesondere ein verletzungsfreies) Training!
    LG Nils

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    1. Lieber Nils,
      Wow, deine Worte berühren mich sehr; vielen Dank dafür! Weisst du, ich verstehe die Menschen, welche sich ein Urteil bilden zu einem gewissen Teil schon; aber manchmal geht es einfach zu weit. Schlussendlich ist es mein Körper, meine Einstellung und auch meine Entscheidung. Jeder darf so, wie es eben für ihn passt – das ist zumindest meine Meinung. Ich muss schon ehrlich gestehen, dass ich eine gewisse Zeit nicht sonderlich auf die Zeichen meines Körpers geachtet habe, aber aus Erfahrungen lernt man – und jetzt stehe ich an einem anderen Punkt und wenn dann eine neue Verletzung auftritt, dann muss ich damit umgehen können, niemand anderes. Nur weil mein Körper anfälliger ist als andere werde ich ganz bestimmt nicht auf den Sport verzichten! 🙂
      Vielen Dank für deine lieben Worte welche mich im „weitermachen“ bestärken!!

      Ganz liebe Grüsse, Sel

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