ChiRunning?!

«Verletzungsfreies Laufen» – kling ja fast wie ein 6er im Lotto, zu schön um wahr zu sein. Aber genau das verspricht «ChiRunning». Ist da was dran, oder handelt es sich lediglich um Humbug?

Was ChiRunning überhaupt ist, wusste ich bis vor ein paar Wochen auch noch nicht. Erst als mich Bernhard Schittich, einer meiner virtuellen Facebookfreunde, anschrieb und meinte, dass das doch was für mich wäre, habe ich mich mit der Materie auseinandergesetzt und schliesslich vergangenes Wochenende auch ein Seminar bei ihm besucht. Ich muss gestehen, dass ich eher skeptisch an die Sache herangegangen bin; schliesslich gibt es so viele verschiedene Lauftheorien und alle behaupten stets, die beste zu sein.

Schliesslich habe ich mich am Sonntagmorgen in das Auto gesetzt und bin nach Freiburg im Breisgau gefahren, einerseits um dem ChiRunning auf den Grund zu gehen und andererseits um Bernhard kennen zu lernen.  Im Seminarhotel angekommen, wurde erst einmal Kaffee geschlürft und alle Teilnehmer hatten die Möglichkeit, sich besser kennen zu lernen. Vom Laufanfänger bis zum ambitionierten Hobbysportler war alles vertreten und diese Tatsache machte die ganze Sache erst recht interessant.

Als Einstieg erfuhren wir, dass ChiRunning von Danny Dreyer, einem US-amerikanischen Ultraläufer und begeisterten Tai-Chi-Praktiker, entwickelt wurde. Er hatte die Idee, dass die Prinzipien der effizienten Bewegung dieser uralten chinesischen Kampfkunst auch auf das Laufen angewendet werden können. ChiRunning ist Laufen in der Balance. Der Grundsatz dieser «Laufart» besteht nämlich darin, dass wir uns natürlich und gerade ausrichten und mit den auftretenden Kräften kooperieren.

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«klingt sehr interessant», dachte ich mir und lauschte neugierig den Ausführungen. In der Theorie funktioniert aber bekanntlich vieles; wie sieht es in der Praxis aus? Ich war gespannt auf die ersten Übungen und war doch ein wenig überrascht, als wir rund eine Stunde damit verbrachten, das «richtige» Stehen zu erlenen. Achtet ihr euch manchmal darauf wie ihr da steht? Ist euch schon einmal aufgefallen, dass das in den meisten Fällen alles andere als gerade ist? Ich war geschockt! Mein armer unterer Rücken – was habe ich ihm bloss all die Jahre zugemutet? Nun ja, gerade da stehen ist also gar nicht mal so einfach: untere Bauchmuskeln anspannen, Dreipunktebelastung in den Füssen, aktive Knie und und und. Gar nicht so einfach um ehrlich zu sein.

ChiRunning.PNG

Die ersten Laufversuche fühlten sich dann auch entsprechend komisch an. Grundsätzlich sollte man versuchen, die Beine ganz locker zu lassen – und das beim Laufen? Klingt komisch, funktioniert aber einwandfrei, sofern die unteren Bauchmuskeln die Arbeit übernehmen. Nun, der Kurstag ging viel zu schnell zu Ende; die Videoanalyse am Ende des Tages führte einem zwar die Fortschritte vor Augen, verdeutlichte aber auch das Verbesserungspotenzial 😊

Seit einer Woche nun versuche ich bei jedem meiner Läufe die gelernten Ansatzpunkte umzusetzen und eben «ChiRunning» zu betreiben. Ich fühle mich gut dabei, merke aber, dass es Zeit braucht, die eigenen Angewohnheiten zu ändern. Eine «Langzeitdiagnose» kann ich entsprechend noch nicht abgeben: ob man durch ChiRunning tatsächlich Verletzungsfrei laufen kann, das wird die Zeit zeigen. Mein Bauchgefühl sagt mir aber, dass es durchaus einen Versuch wert ist!

Da mich die ganze Thematik stark interessiert und ich von der ChiRunning Theorie ziemlich überzeugt bin, werde ich eventuell nächstes Jahr die Ausbildung zum ChiRunning Coach absolvieren und entsprechend dann gerne auch Kurse für alle Interessierten anbieten. Wer nicht bis dahin warten möchte, darf sich natürlich jederzeit gerne an Bernhard Schittich wenden; ich kann ihn nur empfehlen.

Weitere Infos findet ihr auch unter www.chirunning.de ; ansonsten stehe ich euch bei Fragen auch jederzeit gerne zur Verfügung.


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