Slow Down – Enjoy!

Was für ein Jahr. 2017 – es sollte mein Jahr werden; nicht nur, weil die 7 für mich eine ganz besondere Bedeutung hat, sondern auch, weil das letzte Jahr von einigen negativen Erfahrungen geprägt wurde.
„Negative Erfahrungen“ – wenn ich mir diese zwei Wörter genauer ansehe, dann frage ich mich, ob Erfahrungen überhaupt negativer Natur sein können. Klar, im Moment des Eintreffens ist man grundsätzlich überfordert; plötzlich passiert da etwas unerwünschtes, damit umzugehen fällt schwer, die klare Sicht wird von einem undurchsichtigen Nebel überdeckt. Man ist verloren.

Alle von uns kennen diesen Moment, wenn das Licht am Ende des Tunnels nicht mehr zu sehen ist; doch wir alle sind auch bestimmt schon mehr als einmal wieder aufgestanden und konnten früher oder später dieser „negativen Erfahrung“ etwas positives abgewinnen. Manchmal braucht es Tage, manchmal Wochen und in einigen Fällen sogar Jahre. Vielleicht erkennt man den positiven Affekt auch nicht bewusst, merkt aber, dass man an innerer Stärke gewonnen hat – und das, das ist das schönste an Erfahrungen; man lernt dazu!

Puuuuh, ich könnte nun einige Seiten mit meinen philosophischen Denkansätzen füllen, aber ob das auf Interesse stösst? Deshalb halte ich mich etwas zurück und erzähle euch lieber von meinen sportlichen Abenteuern; denn endlich habe ich auch aus diesem Bereich wieder etwas zu berichten!

Meinen ersten Triathlon zum Beispiel habe ich am 9. Juli 2017 in Nottwil erfolgreich gefinished. Was für ein Gefühl! Klar, wohl kaum zu vergleichen mit dem Überqueren der Ziellinie an einem Ironman 70.3 – aber immerhin konnte ich mich ab diesem Zeitpunkt offiziell „Trigirl“ nennen 🙂

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Das Schwimmen lief echt super; die 500 Meter konnte ich in einer (für mich) guten Zeit hinter mich bringen und dabei sogar einige Plätze gutmachen.  Auch die Radstrecke mit zwei Runden à 10km konnte ich mit einem 30er Schnitt beenden und dann, dann schnürte ich die Laufschuhe und versuchte mich ganz nach dem Motto „don’t run, fly“ vorwärts zu bewegen. Fail! Fehlendes Lauftraining lässt grüssen; ich bekam Atemprobleme (Leistungsasthma ahoi!) und musste sogar einige Meter gehen – das ist mir noch nie passiert. Schlussendlich stand aber eine Pace von 05:12/km auf der Uhr und damit war bzw. bin ich eigentlich mehr als zufrieden.

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Eine Woche später startete ich am Eiger (Ultra) Trail E16. Rund 1‘000HM mussten auf 16 Kilometern überwunden werden. Ich hatte absolut keine Ambitionen, wollte den Lauf einfach nur geniessen. Nach meiner Verletzungspause lag es mir am Herzen, meinen Körper zu schonen und keine weiteren Blessuren einzufangen. „Slow Down – enjoy!“ lautete meine Devise.

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Wahrscheinlich lag es an dieser Entscheidung, dass ich vor allem bergab unaufhaltsam überholt wurde. Aber es war mir wirklich egal; ich genoss jeden einzelnen Schritt in der wundervollen Natur und war einfach nur unfassbar dankbar, dass mein Körper mir dieses Erlebnis ermöglichte. Ich habe gefinished, gesund und munter – das war bzw. ist alles was zählt!

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Die Tage darauf wurde ich von unbeschreiblichem Muskelkater heimgesucht, eine völlig neue Erfahrung für mich. Das Treppensteigen wurde zur Qual und ich ertappte mich mehr als einmal, dass ich auf den Aufzugknopf drückte.

Und jetzt? Momentan trainiere ich nach Lust und Laune – völlig „frei“ von jeglichen Verpflichtungen. Die nächsten Events stehen zwar bereits auf meinem Programm, aber ich mache mir keinen Druck; entweder es klappt, oder es klappt nicht.

Die Erfahrung hat mich nämlich gelernt, nicht zu weit in die Zukunft zu blicken, sondern im HIER UND JETZT zu leben und zu sein. Wer weiss denn schon, was morgen ist?

In diesem Sinne; Slow Down – enjoy! 🙂

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