Die Frage der inneren Einstellung

I’m happy, nothing’s going to stop me.
I’m making my way home, i’m making my way.
Songtext „go solo“ von Tom Rosenthal

Geht es uns gut, geht es uns schlecht, fühlen wir uns geliebt, verstanden, angenommen und gebraucht? Sind wir unzufrieden, unglücklich oder fühlen uns sogar komplett fehl am Platz?

„Es ist eine Frage der inneren Einstellung“ – davon bin ich je länger je mehr überzeugt. Momentan lese ich das Buch „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky und ich bin begeistert von der Botschaft, welche er mit diesem Buch vermitteln will. Was ist unser Zweck der Existenz? Und falls wir ihn dann erkannt haben, was machen wir mit dieser Information?

Ich für meinen Teil zum Beispiel wollte grundsätzlich immer im sozialen Bereich arbeiten – und jetzt? Jetzt bin ich seit über 10 Jahren in der Finanzbranche tätig. Ich könnte mich darüber ärgern, unglücklich sein und meinen Werdegang hinterfragen; ich kann mir aber auch einfach vornehmen, meine „soziale Ader“ am hiesigen Arbeitsplatz auszuleben; für meine Mitmenschen und Kunden da zu sein, mein Bestes zu geben und meinen Beitrag an einem angenehmen Arbeitsklima zu leisten. Auch der Finanzbranche schadet etwas mehr „Sozialität“ nicht, und vielleicht bin ich gerade deshalb an diesem „wirtschaftlichen“ Ort gelandet.

Ein weiterer Punkt sind meine Schmerzen, meine Verletzungen, mein Körper. Als ich vor 1,5 Jahren meinen ersten Überlastungsbruch hatte, war ich am Boden zerstört. Eine kleine Welt brach zusammen, ich war enttäuscht, traurig und wütend. Ich habe mich und meinen Körper dermassen unter Druck gesetzt – alles musste funktionieren, bloss keine Schwäche zeigen. Die Zeit lehrt einem, über gewisse Dinge nachzudenken und einen anderen Blinkwinkel der Betrachtungsweise zu finden. Häufig fixiert man sich dermassen auf das Negative, dass man die Sicht für das Wesentliche komplett verliert. So ging es auf jeden Fall mir. Ich hätte in dieser sportfreien Phase endlich Zeit gehabt, mich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Mit Dingen, welche mir guttun, für welche ich mir sonst die Zeit nie genommen habe. Aber gedanklich war ich nur beim „ich kann nicht Laufen“, „alles ist doof“.

Sich „unter Druck setzen“ ist sowieso ein häufiges Phänomen bei Sportlern. Ich bin überzeugt, dass dieses Thema lieber totgeschwiegen wird, da es „unangenehm“ sein könnte. Klar, Profisportler müssen ihren Lebensunterhalt verdienen, sie sind darauf angewiesen eine gewisse Leistung zu erbringen, stärker zu werden. Aber immer mehr gibt es auch die Hobbysportler, welche der Meinung sind, mit ihrem Können nicht zu genügen. Und irgendwann, irgendwann kann das ganz schön gefährlich und vor allem ungesund werden.

Schlussendlich ist jedem selbst überlassen, wie er die Prioritäten im Leben verteilen möchte. Ich lebe ganz nach dem Prinzip „leben und leben lassen“ – jeder darf so, wie es für ihn am besten passt. Was ich aber gemerkt habe ist, dass die positive „innere Einstellung zum Leben“ wahrhaftig zum Glücklich-Sein beiträgt.

Man muss nicht ständig unter Druck stehen – man darf auch einfach mal geniessen und sein.

© Andrea Rufener Photography | http://www.andrearufener.com


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