„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ (Martin Buber)

Hast du dich schon einmal gefragt, weshalb dir in deinem Leben gewisse Menschen begegnen?

Hast du dich schon einmal gefragt, weshalb dir gewisse Menschen auf Anhieb sympathisch sind, während bei anderen einfach die Chemie, das Zwischenmenschliche, nicht stimmt? Zufall, Schicksal oder beides?

Meine eigene Erfahrung hat mir gezeigt, dass Begegnungen immer einen Zweck erfüllen, beziehungsweise einen Sinn ergeben. Welchen genau, das muss jeder für sich selbst herausfinden.

Eine ganz besondere Situation hatte ich vor Jahren in Paris – in Worte zu fassen ist unmöglich, aber ich versuche es dennoch. Da war dieser Typ in der U-Bahn, unsere Blicke haben sich getroffen und wir konnten sie nicht mehr voneinander lösen. Diese Spannung war extrem unangenehm; es mag unhöflich und mit Vorurteilen behaftet sein; aber dieser Mann verkörperte für mich „das Böse“ in Person. Meine Begleitung, welche neben mir sass, konnte sich auch nicht erklären was da passiert war – spürte aber ganz eindeutig diese „Energie“ zwischen uns. Dieser Mann und ich haben uns bestimmt 4 lange Minuten angestarrt, keiner rührte sich oder sprach ein Wort – so etwas habe ich nie wieder erlebt. Ganz ehrlich; ich weiss nicht genau, was es mit dieser einen Begegnung auf sich hatte, aber ich weiss, dass sie mich etwas Persönliches gelernt hat.

Auf der anderen Seite erlebe ich eigentlich häufiger das Gegenteil; ich begegne Menschen und stelle fest, dass die „Chemie“ passt, dass da etwas ist, das uns verbindet. Zum Teil entstehen Freundschaften, zum Teil begleitet man sich einfach ein Stück auf dem Lebensweg oder aber man nimmt die Verbindung zwar wahr, sucht aber keinen aktiven Kontakt zueinander.

frühling

Was auch immer sein mag, Begegnungen bereichern unser Leben; führen dazu, dass wir gewisse Dinge hinterfragen, einen anderen Blickwinkel auf Dinge erhalten oder uns zum Teil sogar getrauen einen neuen Weg einzuschlagen. Ich weiss jede einzelne Begegnung zu schätzen. Seit ich mich dafür entschieden habe, mehr auf mein Herz zu hören, lerne ich so viele wunderbare Menschen kennen die mein Leben bereichern.

„Begegnungen“ habe ich eine gewisse Zeit lang in meinem Leben auch bewusst gemieden. Ich habe mich etwas abgekapselt, hatte zu viel um die Ohren um mich Begegnungen zu widmen, um mir Zeit dafür zu nehmen. Ich war so sehr mit mir beschäftigt, vielleicht auch mit Sport, mit Facebook & Co. – so dass ich das Auge für das Wesentliche verloren habe. Begegnungen bergen aber auch Gefahren und Risiken; man lässt sich auf das Gegenüber ein, riskiert verletzt zu werden – und genau das war der effektive Grund, weshalb ich mich nicht auf diese Art von Verbindungen eingelassen habe.

Das wichtigste Gut: Vertrauen!

Jeder Mensch benötigt Vertrauen – Vertrauen in sich, andere und in die Welt. Wenn wir Angst haben zu vertrauen, dann leiden wir häufig auch unter anderen Ängsten. Dazu gehören Versagensangst, Angst vor Nähe, Angst vor engen Bindungen oder soziale Ängste. Aber weshalb haben wir solche Angst zu vertrauen und kann „Vertrauen“ gelernt werden?

Ja, das kann es! Zu vertrauen ist eine Entscheidung, die wir treffen. Das Vertrauen muss wieder wachsen und das braucht Zeit – aber die Voraussetzung hierfür ist, dass wir uns zuerst bewusst dafür entscheiden: „ich will wieder vertrauen“. Niemand kann uns eine Garantie geben, dass unser Vertrauen belohnt wird. Das heisst, das Risiko enttäuscht zu werden ist immer vorhanden….. aber die Chance, die Chance dass unser Vertrauen belohnt wird, diese besteht ebenso! Ist das Glas nun also halb leer, oder halbvoll?

Ich kann dir nur empfehlen, dir kurz Zeit zu nehmen, zu überlegen welche Begegnungen dich in deinem Leben einen Schritt weitergebracht haben. Welche Begegnungen haben dein Herz berührt? Und dir anschliessend die Frage zu stellen, ob dein Vertrauen belohnt wurde……

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2 Gedanken zu “„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“

  1. Hallo Sel, einmal mehr sprichst Du mir aus der Seele. Ein wunderschöner Text der mich tief berührt. Bin mir jedoch nicht sicher, in wie weit es tatsächlich ein rationeller Entscheid ist, Vertrauen zu haben. Meine Erfahrung zeigt mir eher, dass es nach Verletzungen bzw. Abschottung erst einen „Anstoss“ eines wirklichen „Vertrauten“ braucht. Und erst dieses unsichtbare Band, den Entscheid dazu möglich macht, wieder Vertrauen in sich selbst, wie auch in andere zu haben. Dazu benötigt es eben auch auch den Faktor „Zufall“ oder Fügung, also zum rechten Zeitpunkt den richtigen Menschen zu treffen. Ich habe glücklicherweise so jemanden kürzlich kennengelernt. Diese kostbare Verbindung hat mir wieder lebensfreude eingehaucht und mich aus meiner Lethargie befreit. Ob mein Vertrauen belohnt wird? I weiss es nicht. Vielleicht könnte es eine Entäuschung geben. Aber ebensogut kann eine wunderbare, neue Freundschaft daraus entstehen. Und ich bin wieder bereit das Risiko einzugehen……

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  2. Lieber Mike
    Vielen Dank für deine Worte, welche mich widerrum sehr berühren. Natürlich ist ein „Anstoss“ von Aussen etwas wunderbares und hilft unter Umständen ebenfalls, einen nächsten Schritt zu wagen – aber ich bin mir auch sicher, dass du dies ohne „Hilfe“ hingekriegt hättest; alles zu seiner Zeit! 🙂
    Aber schlussendlich sind Begegnungen genau für solche Dinge da – man lernt von ihnen und kann im besten Fall sogar davon profitieren; meist Gegenseitig!
    Geniesse diese (in deinen Worten) kostenbare Verbindung und vertraue darauf, dass daraus keine Enttäuschung hervorgehen wird – ich wünsche es dir von Herzen!
    Sel

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